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Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieinfrastruktur in Neckarwestheim
Aus aktuellem Anlass geben wir noch einmal eine Übersicht zu den derzeit in Neckarwestheim in der Beratung befindlichen Projekten im Bereich der Strominfrastruktur. Die Übersicht zeigt den Stand, über den wir in der Bürgerversammlung im Januar dieses Jahres berichtet haben. In Neckarwestheim wird der tiefgreifende Wandel der Energieversorgung deutlicher sichtbar als an anderen Standorten. Als ehemals bedeutender Standort der Stromerzeugung steht die Gemeinde heute im Zentrum der Energiewende vor Ort.
Die einzelnen angekündigten Projekte gehen nun – je nach rechtlicher Abarbeitung – Schritt für Schritt in die Umsetzung. Neckarwestheim steht derzeit vor einer spannenden Phase: Der ehemalige Standort des Kernkraftwerks GKN und andere geeignete Flächen werden genutzt, um neue Projekte zu realisieren, die sowohl den Klimaschutz vorantreiben als auch der Gemeinde wirtschaftliche Impulse geben können. Dabei geht es nicht nur um den Ausbau von Solarenergie, sondern auch um moderne Speicherlösungen, ein Rechenzentrum und den notwendigen Netzausbau. Es besteht das Potenzial für mögliche neue Arbeitsplätze, zusätzliche Steuereinnahmen für die Gemeinde und einen Beitrag zum Klimaschutz – bei gleichzeitig sorgfältiger Prüfung von Lärm, Verkehr und Naturschutz.
Rechenzentrum in der Nähe des GKN-Geländes
Auf einer Fläche direkt neben dem alten Steinbruch des ehemaligen GKN-Standorts soll ein Rechenzentrum entstehen. Die Überlegungen zur Nachnutzung des GKN-Geländes begannen im Frühjahr 2025, im Mai desselben Jahres wurden die Pläne erstmals öffentlich bekannt gemacht. Schon damals wurde berichtet, dass das Gelände aufgrund des vorherrschenden Atomrechts und des laufenden Rückbaus erst in einigen Jahren nutzbar sein wird. Deshalb wurde eine angrenzende Fläche ausgewählt, die eine Entwicklungsmöglichkeit der Planungen bietet. Der Vorteil dieser Lage liegt in der bereits vorhandenen Stromleitungsinfrastruktur, die das Pilotprojekt mit Energie versorgen kann. Aktuell laufen die Bauleitplanungen. Das Ziel ist es, die Bauleitplanungen bis ins Frühjahr 2027 abschließen zu können. Bis zur Umsetzung des Baus sind weitere Genehmigungen und Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. In einem umfangreichen Verfahren wurden Alternativstandorte begutachtet. Diese waren jedoch aufgrund der notwendigen Strominfrastruktur oder anderer Hemmnisse nicht realisierbar. Diese Überlegungen werden auch im weiteren Verfahren nochmals dargestellt. Wie die Gemeindeverwaltung bereits mehrfach berichtet hat, möchte die Kommune die Zukunftsplanungen nutzen, um durch die vorhandene Strominfrastruktur Wertschöpfung für die kommenden Jahre zu generieren. Der Haushalt der Gemeinde benötigt Steuereinnahmen, um das relativ hohe wirtschaftliche Niveau in Neckarwestheim zu halten. Mit der Abschaltung von GKN ist Neckarwestheim in eine neue Zeitrechnung eingetreten. Abzuwarten und sich treiben zu lassen, ist aus Sicht der Verwaltung keine Option. Die Fragestellungen zur Lärmentwicklung, zu den Ausgleichsflächen und zu den naturschutzrechtlichen Fragen werden im Laufe des Verfahrens begutachtet und beraten.
Geplante PV-Anlage Liebenstein
Die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage Liebenstein wurde im November 2023 erstmals in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats beraten. Damals ging es um die Flächenanmeldung zur Teilfortschreibung des Regionalplans im Bereich Solarenergie. Die PV-Anlage Liebenstein wurde in den letzten Jahren als Teil des Gesamtpakets „Zukunftsplanung Liebenstein” beraten. Der Golfplatz, der durch eine gemeindeeigene Gesellschaft und somit mit öffentlichen Mitteln gebaut wurde, hat einigen Investitionsbedarf. Vor allem die Bereiche Wasserversorgung, Nachhaltigkeit und Bespielbarkeit stellen große Aufgaben dar. Die Anlage soll fit für die Zukunft gemacht werden und weiterhin eine tolle Anlage bleiben. Für die Gemeinde Neckarwestheim war klar, dass die notwendigen Ausgaben aufgrund des Endes der Kernenergie auf ihre Machbarkeit hin überprüft werden müssen. Weitere öffentliche Gelder in den Golfplatz zu investieren, waren seitdem nicht erste Priorität. Die Suche nach einem privaten Investor gestaltete sich schwierig und auch die Hofkammer Württemberg entschloss sich, nicht mehr in den Golfsport zu investieren. Wir als Gemeinde sind deshalb froh, dass wir einen privaten Investor gefunden haben, der ohne öffentliche Mittel in die Anlage investiert. Zusammen mit dem Erbbaupächter des Schlosses kann eine neue Zeitrechnung für gesamt Liebenstein beginnen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten besser sein und es gibt noch einige Hürden, aber das Potenzial zur Weiterentwicklung des Gebiets ist eindeutig vorhanden. Die Kehrseite der Medaille ist die Flächenbelegung durch die Anlage. Leider ist es oft so, dass Zukunftsplanungen nur durch Veränderungen möglich sind.
PV-Anlage Herrlesberg und Batteriespeicherprojekt
Die Beratung zur PV-Anlage Herrlesberg wurde aufgrund der schwierigen Marktlage in der Weinwirtschaft erforderlich. Immer mehr Flächen fallen brach, was zu Problemen bei der Pflege und zu einer Belastung durch Krankheitserreger in Nachbargrundstücken führen kann. Die Gemeindeverwaltung hatte die Grundstückseigentümer aufgefordert, ihr Interesse an einer möglichen Anlage zu bekunden. Dabei ergab sich eine größere Fläche im Bereich Herrlesberg, für die eine Nutzung untersucht werden soll. Die neu entstehenden Rahmenbedingungen im Bereich Freiflächenanlagen führen dazu, dass Anlagen entweder sehr groß sein müssen oder eine Stromabnahmegarantie benötigen. Eine Einspeisung ins öffentliche Netz ist schnell unwirtschaftlich, da die Lage in den Weinbergen und die großen Abstände zu Netzanschlusspunkten nicht förderlich sind. Für die Anlage im Herrlesberg bedeutet dies, dass eine Umsetzung aktuell nur zusammen mit einem Rechenzentrum möglich ist. Auch dies wurde aber wirtschaftlich noch nicht untersucht. Zunächst müssen die Entwicklungen im Bereich der Planungen für das Rechenzentrum abgewartet werden.
Das Thema Batteriespeicher ist derzeit bundesweit in aller Munde. Viele Investoren stehen mit Grundstückseigentümern in Kontakt. Der Gemeinderat und die Verwaltung haben beschlossen, das Thema Batteriespeicher zu prüfen, sofern ein wirtschaftlicher Mehrwert für Neckarwestheim entsteht und eine geordnete Entwicklung gesichert ist. Als Standort wurde die ehemalige Erddeponie auserkoren. Derzeit wird geprüft, ob der Netzknoten Neckarwestheim einen Anschluss überhaupt zulässt.
Netzinfrastruktur und technische Maßnahmen
Sicherlich haben viele noch den Slogan der erneuerbaren Energien „Sonne und Wind schicken keine Rechnung“ im Kopf. Dies ist jedoch nur bedingt richtig, denn die Nutzung dieser Energien ist zwar wirtschaftlich sinnvoll, erfordert aufgrund der schwankenden Stromeinspeisung aber einen massiven Netzausbau. Die Netze müssen daher stark ausgebaut und resilienter gemacht werden. Der Netzknotenpunkt Neckarwestheim steht dabei natürlich wieder im Fokus. In diesem Zusammenhang wurden bereits Investitionen getätigt, beispielsweise die Installation einer Kompensationsdrosselspule am Umspannwerk in Richtung Pfahlhof sowie der Bau der geplanten Stromtrasse, die über Neckarwestheim nach Ottmarsheim führt. Diese Maßnahmen werden vom Bund und den Netzbetreibern gesteuert und sind als Kommune im Grundsatz nicht zu verhindern, da der Bundesnetzplan diese Umbauten vorsieht und sie für die Zukunftsfähigkeit des deutschen Stromnetzes als erforderlich erachtet.
Abschließend werfen wir einen Blick auf das Gelände GKN
Das Gelände hat in der Vergangenheit einige Funktionen erfüllt, die bisher wenig sichtbar waren, da sie sich im Steinbruch befanden. Erst mit der Abschaltung wird deutlich, welche Veränderungen sich ergeben. Unter anderem muss die Schaltanlage der Deutschen Bahn dem Rückbau weichen. Sie wird im Bereich des Umrichterwerks des Unternehmens gegenüber GKN angesiedelt. Hierfür wurden bereits vor Jahren Flächen gesichert.
Fazit
Die Gemeinde Neckarwestheim möchte ihre besondere Ausgangssituation nutzen, um die Energiewende aktiv zu gestalten. Der Ausbau erneuerbarer Energien in Kombination mit moderner Speicher- und Netzinfrastruktur sowie neuen Technologien wie Rechenzentren eröffnet Chancen für regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit. Einige Planungen resultieren aus der Netzstabilität und beinhalten wenig kommunalen Einfluss. Trotzdem ist es das Ziel der Gemeindeverwaltung, aktiv mitzusteuern statt sich steuern zu lassen. Nichts zu tun ist keine Option, vor allem, weil dies Neckarwestheim wirtschaftlich nicht durchhalten wird.
Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland
Im Juli des vergangenen Jahres hatten wir zuletzt über die aktuelle Beratung zur Entsorgung kerntechnischer Abfälle in Deutschland berichtet. Das bundesweite Interesse an der Entsorgung dieser Abfälle hat stark nachgelassen. Gefühlt haben nur noch die Standortkommunen von Zwischenlagern Interesse an einem zügigen Verfahren.Die Vereinigung der Standortkommunen mit kerntechnischen Anlagen (ASKETA) steht im laufenden Austausch mit den betroffenen Behörden und Entscheidungsträgern.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), das den Entsorgungsprozess steuert, arbeitet an einer Beschleunigung des Verfahrens, über das jedoch der Deutsche Bundestag entscheiden muss.
Ein funktionsfähiges Endlager für hochradioaktive Abfälle wird nach Einschätzung der ASKETA aber erst weit in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts in Betrieb gehen können. Auch die Verlagerung der Castoren ins Endlager wird dann wieder mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Standortkommunen befinden sich weiterhin im Austausch mit der Politik, um Ausgleichszahlungen für diese Belastungen zu erhalten.
Parallel hierzu werden in Deutschland in den nächsten Jahren die Beratungen über die Verlängerung der Genehmigungen der Zwischenlager beginnen. Die Genehmigungen, die größtenteils auf 40 Jahre befristet wurden, da bis dahin ein Endlager gefunden werden sollte, laufen nach und nach aus. Den Anfang macht das frühere zentrale Zwischenlager in Gorleben (Schleswig-Holstein), dessen Genehmigung 2034 ausläuft. Die Vorlaufzeit für die Beratungen der Genehmigungsverlängerung wird auf acht Jahre angesetzt. Die Einlagerungszeit in den Zwischenlagern soll um 20 Jahre verlängert werden, doch bereits jetzt ist absehbar, dass dies nicht ausreichen wird. Die Genehmigung des Zwischenlagers in Neckarwestheim läuft im Jahr 2046 aus.
Im kommenden Jahr soll ein weiterer Meilenstein in der Endlagersuche erreicht werden: Dann sollen die Regionen eingegrenzt werden, die für ein Endlager infrage kommen. Dies wird ebenfalls zu umfangreichen Beratungen und Konflikten führen.
Info-Kalender wird zukünftig digital
Die Informationsbroschüre ist lange Tradition in Neckarwestheim. Sie wird stets zum Jahresbeginn erstellt und gibt einen Überblick über die aktuellen Ansprechpartner, die geplanten Veranstaltungen und die weiteren Serviceleistungen in unserer Gemeinde. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung ist es an der Zeit, den Info‑Kalender ins digitale Zeitalter zu überführen. Der digitale Kalender wird zukünftig nur noch online bereitgestellt. Damit erreichen wir:
- Nachhaltigkeit – weniger Papierverbrauch
- Geringeren Aufwand – kein Druck und keine Verteilung mehr nötig, hoher Koordinationsaufwand fällt weg
- Aktualität – Informationen können laufend eingepflegt und jederzeit abgerufen werden
- Kostensenkung – Einsparungen bei Druck und Versand
Der digitale Info‑Kalender ist bei Bedarf ausdruckbar. Änderungen werden sofort eingepflegt und stehen dann zentral an einem Ort zur Verfügung. Mit diesen Änderungen bleibt der Info‑Kalender weiterhin Tradition in unserer Gemeinde, aber dann immer aktuell, zugänglich und umweltfreundlich – ganz im Sinne unserer Gemeinde.






