Neues aus dem Rathaus
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Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieinfrastruktur in Neckarwestheim
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
Neckarwestheim hat in der Vergangenheit eine zentrale Rolle in der Energieversorgung in Baden-Württemberg eingenommen. Auch in Zukunft wird unser Gemeindegebiet ein wichtiger Knotenpunkt für die Energiewende und moderne Infrastruktur sein. Um Sie bestmöglich über die aktuellen Planungen zu informieren, haben wir die Projekte noch einmal aufgearbeitet. Wir kombinieren hier die technischen Details des Vorhabenträgers EnBW mit den ergänzenden Perspektiven, Zeitplänen und Abwägungen der Gemeindeverwaltung. Da sich Projekte in dieser Phase stetig entwickeln, ist diese Seite ein „lebendes System“ – wir aktualisieren die Inhalte laufend.
Neue Informationsseite der EnBW zu Vorhaben in Neckarwestheim
Die Gemeinde Neckarwestheim und ihr direktes Einzugsgebiet haben in der Vergangenheit eine wichtige Rolle im Energiesystem eingenommen. Dies soll nach Planungen der EnBW weiterhin so sein, und es gibt hierzu mehrere entsprechende Vorhaben. Im Sinne einer gesamthaften Darstellung baut die EnBW aktuell unter anderem eine eigene Website für den Standort Neckarwestheim auf, auf der ein Überblick zu diesen Vorhaben gegeben wird. Die Seite hat die Adresse:
Für den Start sind dort Informationen zum geplanten Rechenzentrum sowie zum Rückbau der Kraftwerksblöcke zu finden. Die Website soll schrittweise erweitert werden – über Updates wird an dieser Stelle informiert. Mittlerweile ist eine wichtige Ergänzung auf der Seite zu finden: Ein Abschnitt „FAQ“, in dem die EnBW die wichtigsten Fragen zum Rechenzentrum Neckarwestheim beantwortet.
Übersicht Projekte auf dem Gemeindegebiet (Perspektive der Gemeinde)
Planungen zum Rechenzentrum am GKN-Gelände
Ergänzend zu den technischen Angaben auf der Seite der EnBW hier noch einige Hinweise aus Sicht der Kommune:
- Zeitplan: Das Bebauungsplanverfahren startete im März 2026. Aktuell werten wir die Stellungnahmen der Behörden und die Einwendungen der Bürgerinnen und Bürger aus. Im Herbst folgt eine Gemeinderatsitzung zur Beratung dieser Einwendungen. Danach erfolgt gemäß dem Verfahren eine weitere Beteiligungsrunde. Das Verfahren insgesamt soll im Laufe des Jahres 2027 abgeschlossen werden.
- Terminhinweis: Wir laden Sie herzlich zur Gemeinderatsitzung am 23.09.2026 in die Reblandhalle ein. Dort werden wir einen umfassenden Überblick über alle Projekte geben und ausreichend Zeit für Ihre Fragen einplanen.
- Standortfrage: Die Wahl des Standorts wird im Verfahren noch einmal detailliert geprüft. Da hierfür eine behördliche Genehmigung erforderlich ist, werden alle notwendigen Kriterien und Abwägungen nochmals genau erläutert.
- Technische Fragen (Lärm, Kühlung, Wasserverbrauch): Wir wissen, dass diese Themen viele von Ihnen bewegen. Die EnBW ergänzt hierzu laufend Informationen auf ihrer Website. Wir prüfen diese Angaben kritisch und werden in der Sitzung am 23.09.2026 detailliert darüber informieren.
- Naturschutz & Ausgleich:
- Tierschutz: Ausgleichsmaßnahmen finden direkt vor Ort auf angrenzenden Flächen statt. Wir stellen sicher, dass diese Maßnahmen aktiv sind, bevor Bauarbeiten beginnen. Details finden Sie im Umweltbericht der Sitzung vom 25.03.2026.
- Forstausgleich (Aufruf an die Bürgerschaft): Auf ehemaligen Brachflächen ist über Jahrzehnte ein natürlicher Wald entstanden, dessen Nutzung einen Ausgleich erfordert. Da in Neckarwestheim kaum geeignete Brachflächen in der benötigten Größe (ca. 3 ha) vorhanden sind, hat die EnBW angeboten, konzerneigene Flächen hierzu zu verwenden. Sollten Sie eine geeignete Fläche anbieten können, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Landwirtschaftliche Flächen dürfen hierfür aber nicht verwendet werden. Die Gemeindeverwaltung und der Vorhabenträger prüfen die Sachlage dann gemeinsam mit dem Landwirtschaftsamt.
- Wirtschaftliche Einschätzung:
Uns ist bewusst, dass wirtschaftliche Vorteile allein keine Antwort auf Sorgen bezüglich Lärm oder Optik sind. Die Lebensqualität der direkt Betroffenen hat Vorrang – das Projekt wird nicht „übers Knie gebrochen“. Technische Vorgaben werden ergebnisoffen und genau betrachtet.
Gleichzeitig müssen wir ehrlich ansprechen: Durch den Rückbau der Kernkraftwerksblöcke (insb. Block II) verlieren wir bedeutende Gewerbesteuereinnahmen. Um unsere Infrastruktur und die öffentliche Daseinsvorsorge in Neckarwestheim langfristig finanzieren zu können, ist die Ansiedlung moderner, wertschöpfender Unternehmen am Standort essenziell. Die Gewerbesteuereinnahmen von Seiten der EnBW oder auch früherer Eigentümer waren im Schnitt gut, auch wenn es natürlich auch schwierige Jahre gab. Die Gemeinde profitiert bei der Gewerbesteuerverteilung der EnBW neben der Verteilung der Lohnsummen an den jeweiligen Standorten auch vom Anlagevermögen, das an diesen Standorten geschaffen wird. Neckarwestheim hatte hier durch die beiden Kernkraftwerksblöcke immer einen großen Anteil am Gesamtaufkommen an der Gewerbesteuer. Dieser Anteil bricht jetzt jedoch durch die Entfernung der Brennelemente aus Block II ein. Dies ist eine finanztechnische Regelung, die in naher Zukunft die Gemeinde treffen wird. Es ist deshalb positiv, wenn die EnBW am Standort investiert, da sich damit das Anlagevermögen und der Anteil Neckarwestheims wieder erhöht. Zudem gibt es derzeit Überlegungen, die Gewerbesteuer bei Rechenzentren anders zu verteilen, um die Projekte im Bundesgebiet zu fördern. Dies bewegt sich aber noch auf Arbeitsebene der Ministerien.
Photovoltaik-Anlagen & Erneuerbare Energien (Liebenstein, Lettengrube und Herrlesberg)
Neben den Planungen zur Freiflächenanlage Liebenstein (weitere technische Informationen auf www.enbw.com/neckarwestheim) betreibt die Erneuerbare Energien Neckarwestheim GmbH & Co. KG bereits zwei Anlagen (ehemalige Erddeponie „Lettengrube“ und am Neckar), die rechnerisch ca. 800 Haushalte versorgen.
- PV-Anlage Liebenstein: Die Gemeinde Neckarwestheim konnte nach einem langen und intensiven Prozess private Investoren für die Schlossanlage Liebenstein und den Golfplatz Liebenstein finden. Die PV-Anlage Liebenstein wurde in den letzten Jahren als Teil des Gesamtpakets „Zukunftsplanung Liebenstein“ beraten. Der Golfplatz, der durch eine gemeindeeigene Gesellschaft und somit mit öffentlichen Mitteln gebaut wurde, hat einigen Investitionsbedarf. Vor allem die Bereiche Wasserversorgung, Nachhaltigkeit und Bespielbarkeit stellen große Aufgaben dar. Die Anlage soll fit für die Zukunft gemacht werden und weiterhin eine tolle Anlage bleiben. Für die Gemeinde Neckarwestheim war klar, dass die notwendigen Ausgaben aufgrund des Endes der Kernenergie auf ihre Machbarkeit hin überprüft werden müssen. Weitere öffentliche Gelder in den Golfplatz zu investieren, waren seitdem nicht erste Priorität. Die Suche nach einem privaten Investor gestaltete sich schwierig und auch die Hofkammer Württemberg entschloss sich, nicht mehr in den Golfsport zu investieren. Wir als Gemeinde sind deshalb froh, dass wir einen privaten Investor gefunden haben, der ohne öffentliche Mittel in die Anlage investiert. Zusammen mit dem Erbbaupächter des Schlosses kann eine neue Zeitrechnung für Gesamt-Liebenstein beginnen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten besser sein und es gibt noch einige Hürden, aber das Potenzial zur Weiterentwicklung des Gebiets ist eindeutig vorhanden.
- Erweiterung Lettengrube: Eine Erweiterung ist geplant, wird jedoch derzeit sorgfältig geprüft. Gründe hierfür sind die aktuelle Marktlage bei Einspeisevergütungen und der begrenzte Netzzugang. Wir prüfen zudem die Installation eines Batteriespeichers, um die Anlage unabhängiger vom Netz zu machen. Geprüft wird auch, ob an dieser Stelle ein Batteriespeicher auch ohne PV-Anlage funktionieren kann.
- PV-Anlage Herrlesberg: Aufgrund der schwierigen Lage in der Weinwirtschaft fallen vermehrt Flächen brach. Um diese Flächen zu pflegen und Schäden an Nachbargrundstücken zu vermeiden, hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, eine Nutzung für Photovoltaik zu prüfen. Aufgrund der Lage in den Weinbergen und der Distanz zu Netzanschlüssen ist eine klassische Einspeisung oft unwirtschaftlich. Eine Umsetzung ist hier voraussichtlich nur über Direktverträge mit Stromabnehmern möglich. Eine detaillierte wirtschaftliche Untersuchung steht hier noch aus.
Planungen zur Errichtung eines Batteriespeichers im GKN-Gelände
Die EnBW hat vor Kurzem darüber informiert, dass sie am Standort Neckarwestheim den Bau eines Großbatteriespeichers plant. Eine geeignete Fläche für den Batteriespeicher ist die des Hybridkühlturms auf dem Kraftwerksgelände der EnBW. Aufgrund der Planungen soll der Kühlturm bis 2028 abgerissen werden, sodass auf seiner Fläche recht schnell der Batteriespeicher errichtet werden kann. In der weiteren Beratung werden wir und EnBW die Bürgerinnen und Bürger nochmals zur Geeignetheit der Fläche, auch in Bezug auf das Rechenzentrum, informieren.
Netzanschluss der DB Energie auf dem Gelände der DB-Umrichterstation in Neckarwestheim (Gemmrigheimer Feld)
Am 17.08.2026 beginnt der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW mit dem Bau einer neuen Schaltanlage.
- Warum ist das nötig? Der aktuelle Netzanschluss der DB Energie liegt auf dem Kraftwerksgelände und muss im Zuge des Rückbaus bis 2035 weichen. Um die Störungsbehebung (24/7-Zutritt) bis Ende 2027 zu gewährleisten, wird der Anschluss an einer neuen Stelle errichtet.
- Wo und wie? Der Neubau erfolgt in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Umrichteranlage der DB Energie, um Eingriffe in die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Geplant sind ein Betriebsgebäude und die notwendige Infrastruktur.
- Bauzeit & Verkehr: Die Arbeiten starten am 17.08.2026 und sollen bis Mai 2028 abgeschlossen sein. Größere Straßensperrungen sind nicht vorgesehen. Der Wirtschaftsweg „Gemmrigheimer Feld“ wird baustellenbedingt genutzt und abschnittsweise asphaltiert.
- Kontakt für Rückfragen: dialognetzbau(@)transnetbw.de | Tel: 0800 380 470-1
Netzverstärkung mittlerer Neckarraum
Der massive Ausbau erneuerbarer Energien führt zu einem Nord-Süd-Gefälle im Stromtransport, weshalb die Netze verstärkt werden müssen.
- Die Maßnahme: Im mittleren Neckarraum ist eine Netzverstärkung vorgesehen, um die Übertragungskapazität Richtung Stuttgart zu erhöhen.
- Umfang in Neckarwestheim:
- Parallelneubau der 380-kV-Leitung (Abschnitt Neckarwestheim: ca. 2,25 km).
- Ersatzneubau zwischen Neckarwestheim und Freiberg (Abschnitt Neckarwestheim: ca. 1,5 km).
- Umbeseilung im Bereich Pkt. Weißenstein.
- Status: Die Planfeststellungsunterlagen wurden im Juni 2026 eingereicht. Nach der Prüfung durch das Regierungspräsidium Stuttgart folgt die öffentliche Auslegung und Anhörung. Wir begleiten diesen Prozess, um die Auswirkungen auf das Ortsbild und die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Die Umsetzung ist bis 2031 geplant.












